Grip

Straßenzustand - Reifenzustand - Stoßdämpfer - Fahrzeugbauart

Sind Fronttriebler ein  Sicherheitsrisiko?

Walter Röhrl meint hierzu : Mit einem Fronttriebler sieht jede Kurve aus wie ein Unfall.

Was meint er damit?

Fronttriebler neigen normalerweise zum Schieben über die Vorderräder, dem Untersteuern.
Dem kann man zwar durch diverse Maßnahmen im wahrsten Sinne des Wortes gegensteuern, doch erfordert
der Grad der Gegenmaßnahmen ein gutes Gespür etwa für das Gewicht des Fahrzeugs und z.B. den aufgezogenen Reifen.

Es ist meist einfach auf abgesperrter Strecke eine Drehung mit einem Fronttriebler z.B. mit angezogener Handbremse
hinzulegen, die zu schnelle Einfahrt in eine Kurve ohne rutschen in den Gegenverkehr zu verhindern, erfordert jedoch allerhand
fahrerisches Potential.

Noch schlimmer wird das Ganze durch die elektronischen Fahrhilfen. Erreichen diese das Ende ihrer Wirksamkeit, wird der Fahrer
mit der plötzlich merkbaren Physik kurz vor dem Abflug konfrontiert. Dieses fiese Verhalten kann selbst Profirennfahrern zum
Verhängnis werden, je nach Auslegung der aktiven Stufe der vorgeblichen Fahrhilfen.

Der aufmerksame Beobachter wird ahnen, das der Autor Fahrhilfen jedweder Art ablehnt. Nicht weil er meint, das er immer und überall der bessere Fahrer/Bremser wäre, sondern weil die permanente Entmündigung vor der realen Physik zu einer Verkümmerung der vorhandenen Fahrfähigkeiten führen.

ABS ist ein Sonderfall. Natürlich verlernt man das Bremsen durch ABS, doch die Technik kann ein Auto je nach Untergrund meist efektiver stabilisieren als es ein geübter Fahrer vermag. Die Länge des Bremsweges hingegen kann ein geübter Bremser ohne ABS mitunter deutlich unterschreiten.

Zurück zu den Unfall Kurven.

Mit zwölf lernte das Autor das Fahren auf Privatwegen mit einem fahrtechnisch kriminellen Hecktriebler des Typs 20m P7b.
Der Wagen wurde schon instabil wenn die Windwarnung durch das Radio vermeldet wurde.
Das war ein gutes Trainig. Alle Autos die danach kamen waren einfach zu fahren bis hin zu idiotensicher.

Der erste Fronttriebler war ein Audi des Typs 100LS der ersten Baureihe, der für ein paar Mark angeschafft wurde.
Durch die Gewichtsverteilung, welche stark frontlastig war, fuhr der sich wie ein Carrera Auto sofern man bei schnellen
Kuvenpassagen die Räder entgegen der Kurve ausrichtete.
Die Kunst bestand nun darin, mit Tempo, Gegenlenken und Heckstellung die Kurve stabil und ohne weitere Eingriffe zu meistern.
Bei diesem Modell fand der Autor diese Technik sicherer als das normale Kurvenfahren. In beiden Fällen sollte das rutschen gerade eben vermieden werden.

Bei modernen Fronttrieblern sollte man solche Techniken nicht so ohne weiteres anwenden, sofern diese überhaupt möglich sind.
Man kämpft nach leichter Überschreitung der jeweiligen Fahrhilfelogik bzw. Restfahrhilfe nicht nur mit der Physik, sondern auch mit der Gegenmaßahmen der Fahrhilfen. Bei Fronttrieblern kann das Horror werden.

Bei einer flotten Probefahrt  mit einem Mini Cooper auf einer vollkommen freien und extremen Holperstrecke bei Weiterstadt hatte ich am Lenkrad mehr zu tun als mit einem flott bewegten BMW 740i bei Nässe im Odenwald. Letzter hatte nicht eine einzige Fahrhilfe dafür aber ein Bilstein B12 Fahrwerk und einige hundertausend KM auf dem Buckel.

Fazit:

Wer Fronttriebler mit allerhand PS fährt sollte sich darüber im Klaren sein, das er meistens in einem potentiell gefährlichen Sicherheitssandkasten gehalten wird.
Wenn dieser auch nur 1% Prozent überschritten wird, kann es plötzlich fahrtechnisch sehr anspruchsvoll werden.

Dann vielleicht doch lieber einen Hecktriebler oder Allradler. Diese sind mit etwas Übung sehr gut zu kontrollieren und man kann mit dem Gasfuß lenken sofern die Leistung ausreichend ist.
Wenn es heftig wird und man ein Gespür für Lastwechsel hat, sind selbst Hecktriebler einfach zu fahren, zumindest auf öffentlichen Straßen.

Man muß ja nicht den jungen Ari Vatanen geben und mit dem Heck voran in die Kurve hineinfahren oder besser hineinschleudern.

Wenn die Menschen wüßten, wie gefährlich das Autofahren im Straßenverkehr ist, die meisten würden es sein lassen.

Alte Auto's mit Standzeiten haben ein hohes Sicherheitsrisiko durch unwillige Stoßdämpfer

Wenn man alte Auto's den Winter über einmottet und im Frühjahr wieder in Betrieb nimmt, können die Stoßdämpfer zu einem richtigen Sicherheitsrisiko werden.

Der beste Schutz für gebrauchte Stoßdämpfer ist der tägliche Betrieb, notfalls auch in leicht forcierten Schräglagen.
Stand der Wagen allerdings einige Zeit, müssen sich die Stoßdämpfer ersteinmal wieder einlaufen.Je nach Fahrweise und Gewicht des Wagens kann dies dauern. Im Sommer sind bei alten Stoßdämpfern zudem bei großer Hitze temporäre Teilausfälle möglich.
Wichtig ist, das man ein Gefühl dafür entwickelt.Bei meinem alten BMW führt das dazu, das nach längerer Standzeit die erste Fahrt der reinste Horror ist. Keine Sicherheit, kaum Kontrolle und  erste Anzeichen für unkontrollierbares aufschaukeln. Wenn nach einigen Fahrten im Odenwald auf bestens bekannten Strecken das Auto wieder das macht, was vorberechnet wurde, können selbst 19 Jahre alte Stoßdämpfer auch für flotte Fahrten taugen. Voraussetzung ist allerdings, das keiner der Stoßdämpfer tatsächlich defekt ist. Für das Training der Fahrtechnik auf öffentlichen Straßen sind gebrauchte Stoßdämpfer übrigens besser geeignet als das neue zigfach verstellbare Sportfahrwerk. Das kann regelrecht langweilig sein.

Die ersten 100 km mit frisch aufgezogenen Reifen, sei es nun Winter Sommer Wechsel oder Neureifen sollten zudem mit verrringertem Grip miteinkalkuliert werden.


Autoreifen und die Tücken der Weichmacher

Alter BMW 4,4l V8 der immer noch etwas Dampf hat,  führte zu folgendem:

Die Winterreifen der Marke Nokian, die etwa ein Jahr alt waren und den Sommer durchgefahren wurden, haben nach ca. 150
Heiß -Kalt  Exzessen ihren Weichmacher zumindest hinten nahezu vollkommen verloren.

Die hinteren Reifen hatten den Grip von Briketts.

Bei Ober-Ramstadt den Berg mit etwas über 100 km/h bei Regen hoch und beide Räder drehten durch.
In jeder zweiten nassen Kurve drohte das Schlachtschiff E38 auszubrechen.

Nachdem auf der Autobahn ebenfalls bei Nässe die Kiste einmal ausbrach und nur durch den zufällig vorhandenen Platz ohne Gefahr wieder eingefangen werden konnte, bekam ich es erstmals seit langem mit der Angst zu tun.

Die Reifen wurden schnellstmöglichst durch neue Reifen ersetzt.

Fazit:

Wer gerne den sprichwörtlichen heißen Reifen fährt bzw. durch andere Umstände den Weichmacher verliert, verliert auch bis zu 90% des Grips.


Odenwald  - Gumpener Kreuz - Krumbach

Gesamte Strecke mit teils  langen Bitumenstreifen geflickt. Besonders um die Mittellinie herum.

Spätestens ab 20 Grad eine Rutschbahn für Autos und Motorräder.
Leistungsstarke Hecktriebler ohne Fahrhilfen stellen sich besonders schnell quer wenn man nicht vorher gegensteuert.

Die letzte Linkskurve vor Krumbach vom Gumpener Kreuz aus ist die Standard Abflugkurve für Motorräder jeder Gattung. Man sollte auf dem Parkplatz in der Kurve immer ein Auge auf evtl. noch bemannte Flugobjekte haben.


Odenwald  B38 -  Schützenhof - Gumpener Kreuz

Letzte Rechtskurve ist stark ausgewaschen und spätestens bei Nässe spiegelglatt.
Gegenrichtung ist vergleichsweise gut bzgl. Grip.


Odenwald - Winterkasten


Fast auf der gesamten Ortlänge richtige Krater um die Kanaldeckel herum.
Kann nicht nur für Rennradfahrer unangenehm werden.